Nein zum neuen CO2-Gesetz sagte an diesem Wochenende – für mich eher überraschend – das Schweizervolk. Die Analysen werden uns zeigen, wo die Auslöser für dieses Resultat zu finden sind. Es gab die volle Unterstützung aus allen Parteien ausser der SVP. Die meisten Grossfirmen, viele wichtige Industrie- und Wirtschaftsverbände und sämtliche Umweltverbände standen hinter diesem Kompromissvorschlag. Was brauchen die Politiker noch mehr, um ein solch wichtiges Thema durchzubringen?

Der Klimaerhitzung entgegen steuern: Ja, aber nicht so

17. Juni 2021

Das staatliche Umverteilungssystem in Milliardenhöhe ist von der Bevölkerung abgelehnt worden.

Umverteilung zu verstehen ist echt schwierig. Ein Teil der Gelder fliesst zurück an die Bevölkerung über eine Gutschrift auf der Krankenkasse. Wer schafft gedanklich den Sprung zum Klimaschutz, wenn jährlich auf seiner Krankenkassenrechnung eine Gutschrift dafür ausgewiesen wird? Wer würde den verbleibenden Rest des vielen Geldes, welches nicht so zurückverteilt worden wäre, am Schluss tatsächlich im Sack haben? Klar von Anfang an war hingegen, wer und wie diese Milliarde zu bezahlen hat. Dieser Deal reichte nicht aus, um die notwendige Mehrheit zu gewinnen.

Welches System, von der Politik eingeführt, funktioniert tatsächlich?

Seit 15 Jahren gibt es ein von der Politik erfolgreich eingeführtes CO2-Vermeidungssystem welches im grossen Stil den CO2-Ausstoss vermeidet. Es ist das EU-ETS (Emission Trading System).

Die Schweiz ist auch Teil davon. Dieser Emissions­handel ist der effizienteste Weg, ein vorgegebenes Minde­rungsziel für CO2 zu erreichen.

 

Mehr als 10’000 Anlagen, welche über 40% des gesamten EU-Ausstosses emittieren (Kohle-, Gas-, Metall-, Chemie-, Zement-, Papierwerke, etc.), sind diesem Regime vom EU-ETS unterworfen. Von 2005 bis 2019 sanken die Emissionen dieser Anlagen um 35% was weit über dem gesteckten Ziel liegt! Allein 2019 sank der CO2-Ausstoss in der Kohlestromproduktion in Deutschland um 25%, als Folge des stetig steigenden CO2-Preises, welcher direkt vom EU-ETS-Handel abhängig ist. Die durch die Preissteigerung erzielte CO2-Vermeidung ist gigantisch: 50 Mio. Tonnen CO2! Das ist mehr als die ganze Schweiz in einem Jahr im Inland ausstösst und entspricht auch dem, was die EU jährlich an herausgegebenen Zertifikaten reduziert.

Ein Vergleich zur Effizienz des EU-ETS, der die Augen öffnet

Was würde es bedeuten, 50 Mio. Tonnen CO2 Vermeidung mit Windkraftanlagen zu erreichen?

Eine 4-MW-Windkraftanlage macht im Schnitt in Europa 7 GWh Strom pro Jahr. 1 MWh Strom enthält im Durchschnitt in Deutschland ca. 400 kg CO2. Somit vermeidet diese zusätzliche Windkraftanlage pro Jahr den Ausstoss von 2’800 Tonnen CO2. Um die vermiedenen 50 Mio. Tonnen CO2 in Deutschland zu erzielen, hätten dort bis Ende 2018 fast 18’000 neue 4-MW-Windkraftanlagen zusätzlich in Betrieb gehen müssen, um dann 1 Jahr lang CO2-neutral zu produzieren!

Diese Anlangen hätte über € 70 Milliarden gekosten mit einer Bauzeit von 10 bis 15 Jahren! Das ist vergleichbar mit der vorgeschriebenen jährlichen Reduktion von Zertifikaten. Anstatt Kosten für zusätzliche erneuerbare Anlagen generierten diese Zertifikate europaweit in 2020 knapp € 20 Milliarden. Dieser Ertrag fliesst nun in die Förderung von Erneuerbaren und Einsparungen in CO2. Dieser Doppeleffekt ist einzigartig.

Wir von PEP haben das früh erkannt!

Es liegt auf der Hand, dieses enorm effiziente und verfügbare Instrument zur Vermeidung von CO2 noch viel breiter einzusetzen. PEP hat mit der PEP-Plattform genau dieses Ziel vor Augen. Zusätzlich hat PEP schlagkräftige Instrumente erfunden, um die effiziente Wirkung des EU-ETS durch ganz neue Anwendungen in der freiwilligen Kompensation von CO2 zu nutzen. Diese Innovationen erlauben z.B. grossen Firmen, ihren Kunden und Lieferanten wirkungsvolle Instrumente in die Hand zu geben, damit sie gemeinsam mit ihnen nicht nur den Klimawandel bremsen, sondern gleichzeitig den Zubau von Erneuerbaren im eigenen Land beschleunigen. Somit bleibt das Geld für die Investition und die Kompensation im eigenen Land.

So gelange ich zur Überzeugung, dass sich der Klimawandel nur über wirtschaftliche Lösungen und stetige Innovationen vielleicht noch innert nützlicher Frist in den Griff bekommen lässt.

Die Strombranche schläft tief!

Die Strombranche hat sich im Vorfeld dieser CO2-Debatte mehrheitlich elegant rausgehalten, obwohl sie sich im Zentrum sehen müsste. Die Öl-Lobby soll es richten bzw. die Prügel einsammeln. Wer selbst PV-Strom produziert, sein Elektroauto damit lädt und seine Wärmepumpe damit betreibt, weiss, dass die Öl-Lobby ein Auslaufmodell darstellt. Die Zukunftsenergie kommt aus der Steckdose. Daher muss sich die Strombranche mit Abstand am besten für die Zukunft positionieren!

Davon ist diese Branche aber meilenweit entfernt. Sie gehört noch zu 85% der Bevölkerung, aber unsinnigerweise der in der Politik seit 2014 immer wieder versprochenen, vollen Liberalisierung des Strommarkts. Damit negiert sie hochmütig, was in dieser Branche den Fortschritt und damit die notwendige Zukunft bringen würde.

Anstatt neue Freiräume für private Unternehmen im Strommarkt zu schaffen, werden mit billigen Täuschungsmanövern (siehe z.B. mein letzter Blog über den HKN – Herkunftsnachweise) die alten, zentralen Strukturen aufrechterhalten. Es gehört schon zum guten Ton dieser Branche, mit dem Zukauf von gesunden mittelständischen Firmen zu werben. Das passiert mit den Geldern der Bürger, welche im zentralistischen Stromsystem gefangen sind. Anstatt sich auf ihre Kernfähigkeiten im Infrastrukturbau zu konzentrieren, weiten diese alten Strukturen ihren zentralistischen Einfluss auf Kosten des privaten Unternehmertums rücksichtslos weiter aus.

Der saubere, lokale Strom ist das neue Öl!

Der selbst produzierte, saubere Lokalstrom wird zukünftig nicht nur zum Wohnen oder Arbeiten gebraucht, sondern neu auch zum Heizen/Kühlen und mit dem e-Auto zu pendeln oder zu reisen. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist, das gesamte Energiesystem lokal durch neue Stromproduktions-, Verteilungs- und Speicherkonzepte ungehindert umzubauen. Mit neuen Crowdfunding-Lösungen für den raschen Ausbau der Erneuerbaren können der interessierten Bevölkerung attraktive Investitionsmöglichkeiten angeboten werden. Auch die freiwillige, clevere Kompensation von CO2 kann dazu führen, dass nicht nur CO2 vermieden, sondern auch der Zubau Erneuerbarer lokal beschleunigt wird.

Eine funktionierende, zukunftsorientierte Strombranche kann nur durch Strukturen von privaten Unternehmen, die sich als wirtschaftlich erfolgreich erweisen, erreicht werden. Die aktuelle Branche hat über all die Jahre leider bewiesen, dass sie das nicht anstrebt und renitent am zentralistischen Versorgungssystem festhalten möchte.

Der Umbau von Fossil auf Erneuerbar ist eminent wichtig: Die Bremsklötze müssen gelöst werden

Trotz des nun eingetretenen Abstimmungsresultats gegen das neue CO2-Gesetz komme ich zum Schluss: Privatwirtschaftlichen, dezentralen und digitalen Lösungen gehört die Zukunft – PEP legt dafür den Grundstein.

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PEP: People. Energize. Power.

 

Bob (Robert) Buehler